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Vorwort

Albert Kramer - Marthalen Schweiz

am 14. September 90 JAHRE lebt im Alters-und Pflegeheim in Marthalen

Die meisten Menschen haben irgendwann einmal das Bedürfnis, Überblick zu gewinnen über das, was sie geschaffen haben. Das gilt in besonderem Masse für den Künstler, vor allem dann, wenn bereits viele seiner Werke verkauft worden sind, so dass er auf die Originale keinen Zugriff mehr hat. Im Normalfall sind jedoch Fotos vorhanden, die, sofern sie gut sind, nicht nur beim Künstler, sondern auch bei allen Kunstfreunden, die dazu eine Beziehung haben, Erinnerungen wecken und oft damit verbundene Geschichten wieder aufleben lassen.

Albert Kramer befasst sich seit rund einem Vierteljahrhundert mit einer ganz besonderen Art von "Recycling". Aus Metallschrott gestaltet er alle Arten von Figuren und abstrakten Gebilden. Die vielen Ausstellungen, an denen seine skurrilen Schöpfungen bestaunt worden sind, und die Beachtung, die er nicht nur bei begeisterungsfähigen Laien, sondern auch bei Fachleuten gefunden hat, sind Rechtfertigung genug, eine Auswahl seiner Werke in Wort und Bild zu präsentieren.

Als mich Albert Kramer anfragte, ob ich bereit wäre an einer solchen Publikation mitzuarbeiten, habe ich nicht lange gezögert. Nicht nur, weil ich von der Qualität seines künstlerischen Schaffens überzeugt bin,
sondern weil ich gerne einem so sympathischen und trotz allem Erfolg bescheiden gebliebenen Künstlerkollegen einen Dienst erweise. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sogar zugeben, dass eine kleine Portion Egoismus mitspielt. Ich glaube nämlich, dass die Auseinandersetzung mit den Werken eines anderen Künstlers einen selber einen Schritt weiter bringt, allerdings nur dann, wenn es einem gelingt, einen ganz persönlichen Zugang zu ihnen zu finden. Und gerade das scheint mir ein schwieriges Unterfangen zu sein. Wenn man die überaus zahlreichen und ausnahmslos positiven Ausstellungskritiken und sonstigen Zeitungsberichte über Albert Kramer liest, bekommt man den Eindruck, alles, was es zu sagen gebe, sei bereits gesagt. Und doch kann ich mich nicht damit zufrieden geben, eine blosse Zusammenfassung von all den originellen, allerdings auch mehrfach kolportierten Charakterisierungen von Albert Kramers künstlerischem Schaffen zu liefern.

Was ich anstrebe, ist eine persönliche Beurteilung ohne jede Wertung, wobei auch der Künstler selber zu Wort kommen soll. Seine eigenen Vorstellungen und Anliegen müssen mindestens gleiches Gewicht haben wie die Summe der Interpretationsversuche von Aussenstehenden.

Kleiner Film auf Youtube, gedreht von einem Schulprojekt . Mit freundlichen Genehmigung von Franziska Zweifel und Claudia Busin Juli 2007 Herzlichen Dank.