Albert Kramer
"Darf ich mich vorstellen".
Nach einer achtjährigen Schulzeit half er noch zwei Jahre auf dem elterlichen Betrieb mit. Um das Handwerk eines Bauern zu erlernen, diente er während fünf Jahren auf verschiedenen grösseren Betrieben als Bauernknecht. Als sein Vater schwer erkrankte und 1953 starb, musste er wieder nach Hause zurückkehren, um den elterlichen Betrieb weiterzuführen. Es galt der Mutter und den drei minderjährigen Geschwistern mit Rat und Tat beizustehen.
Im Jahre 1957 übernahm Kramer eine Vertretung für Melkmaschinen. Durch Lesen von Fachbüchern erwarb er einige Grundkenntnisse über die Verkaufstätigkeit. Nach einigen Jahren intensiver Arbeit stellte sich auch der Erfolg ein.
Den Bund der Ehe ging er 1960 ein. Unserer Ehe entsprangen zwei Söhne. In dieser Zeit schien auch die Sonne wieder zwischen den Wolken durch.
Bei einer kleinen Verschnaufpause anfang 70-Jahren, hatte er gerade nichts Besonderes zu tun - bastelte Kramer seine erste Eisenplastik. Der Zufall wollte es, dass Soldaten einer Funkereinheit an einem kalten Novembertag zu uns zum Kaffee kamen. Einer der Feldgrauen sah das eiserne Ding und fragte, ob das von mir sei. Kleinlaut gab Kramer sein Verbrechen zu. Er fand es gut und riet mir, noch mehr solches zu machen. Am darauffolgenden Tag «bratete» er aus Alteisen einen Aschenbecher zusammen. Die Soldaten waren hell begeistert davon, sie sagten: «Hier sieht man es wieder, wie schön es die Bauern haben. Die können mitten im Tag etwas zusammenschweissen.»

Im folgenden Jahr war eine Hobby-Ausstellung. im Dorf Marthalen, wo ich meine Erstlingswerke ausstellen konnte. Die Reaktion der Dorfbevölkerung war erstaunlich. Alle hatten Freude an den wunderlichen Dingen. Kunstmaler Carl Wegmann spornte ihn an, weiter zu machen. Auch andere gutgesinnte Menschen gaben ihm Ratschläge. Mit Unterstützung guter Freunde konnte er bald an verschiedenen Orten ausstellen.
Unter dem Titel "Fünfundzwanzig Jahre künstlerisches Gestalten" hat Albert Kramer 1996 ein paar weitere Sätze verfasst, die nicht mehr als eigentliche biografische Notizen angesehen werden dürfen, viele mehr als Selbstbeurteilung und knappe Darstellung dessen, was ihm seine künstlerische Arbeit gebracht hat. Seit 1974 hatte er eine Werkstatt, die für ihn ein «kleines Königreich» wurde. Doch lassen wir ihn selbst zu Worte kommen:
Auf unzähligen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie eine Fernsehsendung auf SRF darf Albert Kramer zurückblicken. Das war eine Erfolgsbilanz, die manchen Kollegen neidisch machen könnte. Die nachfolgende Liste gibt einen chronologischen Überblick und zeigt gleichzeitig, dass der Ruf Albert Kramers nicht nur über regionale und kantonale Grenzen hinausreicht, er ist auch im angrenzenden Ausland kein Unbekannter mehr.